Regionale Technikertage: mit Technikern, Transfers und Talks gegen den Fachkräftemangel

Regionale Technikertage: mit Technikern, Transfers und Talks gegen den Fachkräftemangel 1280 632 Jessica Storch

Was haben Fußball und der deutsche Mittelstand gemeinsam? Sie sind immer auf der Suche nach guten Technikern. Was im Fußball der Transfermarkt ist, ist für die Unternehmen – ja, was eigentlich? Um diese Lücke zu schließen, haben wir für den Bundesverband höherer Berufe der Technik (BVT) in Kooperation mit der Deutschen Unternehmerbörse die Regionalen Technikertage organisiert: eine Veranstaltungsreihe, bei der Unternehmensvertreter und angehende staatlich geprüfte Techniker in Fußballstadien bei Currywurst und Bier zusammenkommen, spannenden Vorträgen lauschen und sich hinterher austauschen und vernetzen können.

Viele offene Stellen – wenige Bewerber
Für Unternehmen ist es durch den Fachkräftemangel gar nicht so leicht, gut ausgebildete Spezialisten – also Arbeitnehmer mit einem erhöhten Qualifikationsniveau, wie staatlich geprüfte Techniker – zu finden: Auf 295 offene Stellen kamen laut Bundesagentur für Arbeit im Oktober 2019 in Berufen der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) nur etwa 100 entsprechende Arbeitssuchende. Der Arbeitsmarkt für Techniker ist also ein Bewerbermarkt, kein Stellenmarkt. Doch wo können Unternehmen Kontakte zu möglichen Bewerbern knüpfen? Die Regionalen Technikertage bieten eine Hilfestellung.

Mehr Selbstbewusstsein für Techniker
Letztes Jahr noch in Hamburg, Halle und Berlin unterwegs, bekamen dieses Mal Mittelständler aus München und Hannover die Chance, Nachwuchsfachkräfte anzuwerben – oder ablösefrei Talente zu scouten, wie man im Fußball sagen würde. Unser Moderator Markus Deselaers, Chefredakteur des DUB Unternehmermagazins, führte auf der Bühne durch zwei Halbzeiten und eine Verlängerung. In jeder Halbzeit gab es spannende Diskussionen, in denen Vertreter aus Politik, Unternehmen und (ehemalige) Schüler der Technikerschulen ihre Standpunkte aufzeigen konnten. So betonte zum Beispiel Gerard Wolny, Vorsitzender des BVT, wie wichtig es für die jungen Fachkräfte sei, ein Selbstbewusstsein für ihren Berufsstand zu entwickeln und nicht auf das „staatlich geprüfter“ im Berufstitel des Technikers zu verzichten. Schließlich ist der staatlich geprüfte Techniker der höchste Abschluss der beruflichen Bildung in dieser Branche und damit vergleichbar mit einem Bachelor-Abschluss.

Unternehmen und Techniker im Gespräch
Im anschließenden Get-together knüpften die jeweils rund 180 Teilnehmer in der Münchener Allianz- und der Hannoverschen HDI-Arena einige Kontakte, und der ein oder andere Transfer von der Schulbank ins Unternehmen konnte wohl auch angeschoben werden. So fiel dann auch das Feedback der Unternehmen sehr positiv aus: Für sie hat sich gezeigt, dass sie Veranstaltungen wie die Technikertage brauchen, um mit jungen Talenten ins Gespräch zu kommen und dem Fachkräftemangel begegnen zu können. Nur eine Frage blieb offen: Wann ist denn der nächste Termin?

Text: Jana Janßen

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